Ein Sicherer hilft einem Mädchen beim Anlegen ihrer Kletterausrüstung.

Klettern und Bouldern mit Kindern: großer Spaß, riesiger Mehrwert

Ob als Highlight beim Kindergeburtstag, als regelmäßige Quality-Time mit dem Nachwuchs oder einfach mal so: Klettern oder Bouldern mit Kindern ist immer eine gute Idee. Warum das so ist und wie dieses gemeinsame Abenteuer zu einer sicheren Sache mit großem Mehrwert wird, erzählen wir dir in dieser Story. Erfahre, welche Ausrüstung beim Kinderklettern wichtig ist, ab welchem Alter Kinder bouldern oder klettern dürfen und wie du bei jedem Wetter dank Indoor- und Outdoor-Klettergebieten mit deinen Kindern klettern kannst. Außerdem verraten wir dir, welche Auswirkungen dieser schöne Sport auf die mentale und körperliche Entwicklung und Gesundheit deines Kindes haben kann.

Diese Vorteile bietet Klettern mit Kindern

Kinder, ob kleine oder größere, befinden sich in der Entwicklung – mental wie körperlich. Umso schöner, wenn du deine Freizeit gemeinsam mit ihnen genießen und dabei noch eine Menge für diese Entwicklung tun kannst.

  • Klettern und Bouldern fördern die Motorik, Koordination und das Selbstvertrauen von Kindern.
  • Der Sport stärkt zudem die Muskulatur und das Gleichgewicht.
  • Kinder lernen durch das Klettern und Bouldern, sich in schwierigen Situationen zu konzentrieren und Probleme eigenständig zu lösen.
  • Das Bouldern oder Klettern mit Kindern stärkt die Eltern-Kind-Bindung und fördert das Vertrauen deines Kindes.
  • Beim Klettern oder Bouldern kann dein Kind Stress, Frust oder überschüssige Energie abbauen.
  • Outdoor-Klettern mit Kindern führt euch in die Natur und kann auch gleich als Kletterurlaub geplant werden. Kombiniert doch euren Kletter-Kurzurlaub mit Kindern mit einer schönen Wanderung vorab? Oder wie wären ausgedehnte Kletterferien mit Kindern?
  • Indoor-Klettern mit Kindern bietet euch Sport und Spaß auch bei schlechtem Wetter, zudem lernt dein Kind hier, mit anderen zusammenzuarbeiten, zu kommunizieren – und es schließt vielleicht neue Freundschaften.

Aber ist Kinderklettern nicht gefährlich? Wie lernt man Klettern? Und was ist Bouldern? Auf diese und weitere Fragen haben wir die passenden Antworten.

Bouldern oder Klettern? Ab welchem Alter welche Variante Sinn ergibt

Zugegeben: Die Vorstellung, wie das eigene Kind in schwindelerregender Höhe an scharfkantigen Steinen herumklettert, ist nicht gerade beruhigend. Aber erstens ist noch keine Meisterin und kein Meister vom Himmel gefallen, und zweitens kannst du das Risiko beim Kinderklettern so weit reduzieren, dass du ganz entspannt sein kannst. Dazu müssen wir dir allerdings kurz eine spezielle Variante des Kletterns vorstellen: das Bouldern.

Bouldern ist eine Kletterdisziplin, bei der ohne Seil und Klettergurt in Absprunghöhe geklettert wird. Die Wände in Boulderhallen sind meist vier bis fünf Meter hoch und mit bunten Griffen und Tritten versehen, die verschiedene Schwierigkeitsgrade kennzeichnen. Für Kinder gibt es in Kletterhallen oder outdoor meist spezielle Bouldermöglichkeiten, die über besonders weich gepolsterte Matten am Boden verfügen und auf niedriger Höhe erklettert werden können. Das Startalter fürs Bouldern liegt, je nach Entwicklungsstand des Kindes, bei vier bis fünf Jahren, wir haben aber auch schon zwei- und dreijährige Knirpse bouldern sehen. Wichtig ist, dass du deinem Kind zutraust, bei einem Sturz so auf der weichen Matte zu landen, dass es sich dabei nicht verletzt. Wichtigster Tipp: Beim Bouldern sollte immer ein sogenannter Spotter oder eine Spotterin zugegen sein. Diese können das Kind auf- oder abfangen und während des Boulderns Tipps geben, welche Manöver sicherer oder sinnvoll sind.

Beim regulären Klettern mit Seil ist dein Kind, wie der Name schon verrät, mit einem Seil gesichert. Dies macht diese Variante sicher. Dafür sorgt auch die Sicherin, bzw. der Sicherer. Hier solltest du, wenn du selbst keine Ahnung hast, wie man korrekt sichert, das Seil den Profis überlassen. Am Berg ist es meist schwieriger, jemanden zu finden, in Kletterparks, Kletterhallen oder Hochseilgärten hingegen steht meist Fachpersonal bereit, um Kinder beim Klettern zu sichern. Bedenke aber, dass die Höhe viele Kinder verängstigen kann. Deswegen empfehlen Profis, erstmal auf geringen Höhen anzufangen oder kleine Ängste beim spaßigen Bouldern abzubauen. Das Startalter ist beim Klettern mit Seil etwas höher, weil dein Kind unter anderem mit der Ausrüstung und der Höhe sowie der Kommunikation mit den Sichernden umgehen muss. In den Kletterpark oder die Kletterhalle geht’s für Kinder ebenfalls mit etwa vier bis fünf Jahren, auch hier aber kommt es individuell auf das jeweilige Kind an. Wenn dein Kind mit drei Jahren bereits Lust auf diese Sportart hat, steht einem Ausflug nichts im Wege. Unser Tipp: Lass dein Kind einen Kletterkurs machen. Hier lernt es nicht nur alles, was es wissen muss, es wird auch spielerisch und gemeinsam mit Gleichaltrigen an das Thema herangeführt.

Noch ein Tipp: Besuche doch mal einen Klettersteig mit Kindern. Kinderklettersteige sind künstlich angelegte Steiganlagen im Gebirge, die so präpariert sind, dass der Nachwuchs einer Route folgen kann, die besonders gut und von Profis gesichert ist.

Ein Mann und eine Frau helfen zwei Kindern beim Klettern an einer Kletterwand.

Klettern mit Kindern? Mit ein bisschen Vorbereitung eine ganz sichere Sache.

Klettern mit Kindern: Vorbereitung und Ausrüstung

Die wichtigste Regel zuerst: Will dein Kind partout nicht klettern, solltet ihr es bleiben lassen. Sind Interesse und Wille da, könnt ihr euch an die Vorbereitung machen. Hierbei ist der beste Tipp ein Kletter- oder Boulderkurs für Kinder, bei dem sie alles Wichtige lernen. Insbesondere das Klettern mit Seil solltet ihr nie ohne fachkundige Anleitung oder Vorwissen auf eigene Faust starten.

Bei der Vorbereitung und Ausrüstung geht es vor allem um diese Punkte:

  • Kinder an die Höhe gewöhnen: Beginnt mit niedrigen Kletterwänden oder Boulderblöcken, um die Angst vor der Höhe zu überwinden. Ideal sind hier Kinderkurse, bei denen der Nachwuchs von Profis in die Welt des Kletterns oder Boulderns eingeführt wird.
  • Richtige Ausrüstung: Passt Klettergurt, Helm und Schuhe an die Körpergröße der Kinder an. Hier könnt ihr professionelle Leihmöglichkeiten nutzen, die teure Ausrüstung müsst ihr also nicht selbst kaufen.
  • Motivation und Spaß: Der Leistungsgedanke ist bei Kindern fehl am Platz. Erfinde stattdessen Kletter- oder Boulderspiele, mit denen Kinder auf spaßige Weise die Sportarten kennenlernen. Ganz wichtig: Feiert gemeinsam jeden Erfolg, auch wenn er noch so klein ist.
  • Sei ein Vorbild: Selbst, wenn du nicht klettern möchtest oder Höhenangst hast, solltest du mit Neugier und guter Laune voran gehen. Merkt dein Kind, dass du das Hobby eher doof findest oder dich vor der Höhe fürchtest, kann sich dies negativ auf seine Motivation auswirken.
  • Denkt an die Verpflegung: Am Berg und in vielen Kletterparks ist es manchmal nicht möglich, Essen und Getränke zu kaufen. Packt deswegen einen kleinen Proviantrucksack mit hochwertiger Verpflegung. Unsere Energy Gums* und unsere Müsli Bars sind hier eine richtig gute Idee. Genauso wie unser leckerer Iso Drink, der den Körper mit wichtigen Mineralstoffen versorgt.
  • Wetterschutz einpacken: Für Indoor-Kletteranlagen eher unwichtig, in der Natur aber essentiell. In die Tasche oder den Rucksack gehören beim Klettern mit Kindern auf jeden Fall Sonnencreme, Mütze und Regenjacke – je nach Wetter und Saison.
  • Bequeme Sportkleidung ist wichtig: Indoor reicht Sportkleidung für Kinder, die Bewegungsfreiheit schenkt und möglichst leicht ist. Insbesondere das Schuhwerk ist drinnen wie draußen wichtig: Dein Kind kann unter Umständen barfuß oder in Socken klettern, spezielle Boulder- bzw. Kletterschuhe bieten aber mehr Halt und schonen die zarten Füßchen – und sind ab einer gewissen Schwierigkeit Pflicht.
  • Den passenden Ort finden: Recherchiere vor eurem ersten Abenteuer, wo du die besten Klettergebiete für Kinder findest. Ob das am Ende Hochseilgärten, Kletterparks oder Kletterwälder sind, spielt keine große Rolle. Viel wichtiger ist, dass diese Kletteranlagen kinderfreundlich und insbesondere auch auf Kleinkinder vorbereitet sind.

Perfekt für den Kindergeburtstag: Kletterparcours selber bauen

Wie wäre es, einen Kletterwald für Kleinkinder direkt im Garten zu haben? Oder einen kurzen Kletterurlaub mit Kindern im Hobbyraum zu verbringen? Du kannst einen Kletterparcours ganz einfach selber bauen – und damit für ein Highlight beim Kindergeburtstag oder auch für längere Zeit sorgen. Hier ein paar Tipps, wie du dabei am besten vorgehen kannst:

Planungsphase

  1. Platzbedarf:

Messe den verfügbaren Platz und skizziere einen maßstabsgetreuen Plan für den Parcours. Achte dabei auf ausreichend Bewegungsfreiheit und berücksichtige die späteren Hindernisse. Steht dir nicht so viel Fläche zur Verfügung, kannst du auch in die Höhe statt in die Breite bauen. Ein Kletterturm bietet sich hier an.

  1. Schwierigkeitsgrad:

Welche Altersgruppen werden den Parcours nutzen? Berücksichtige dies bei der Planung der Hindernisse, um Anfängern und Fortgeschrittenen, Kleinkindern, Kindern oder sogar Jugendlichen gerecht zu werden.

  1. Materialauswahl:

Wetterfeste und stabile Materialien wie Holz, Seile, Karabiner und stabile Netze bilden die Grundlage für einen langlebigen Parcours. Achte auf Qualität und wähle die Materialien mit Bedacht aus. Indoor kannst du zudem auf Materialien wie Schaumstoff oder einfache Kissen setzen.

  1. Sicherheit im Vordergrund:

Der wichtigste Aspekt! Sorge für ausreichenden Fallschutz durch dicke Matten oder Sand an allen Kletterstationen. Verankere alle Elemente stabil und sichere sie gegen Verrutschen oder Umkippen. Regelmäßige Kontrollen auf Schäden und Verschleiß sind unerlässlich.

Hindernisse für jeden Geschmack

  1. Kletterelemente:

Integriere abwechslungsreiche Kletterelemente wie Wände, Netze, Seile und Leitern in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. So wird der Parcours nie langweilig und bietet Herausforderungen für alle.

  1. Balancieren und Koordinieren:

Balancierelemente wie Balken, Slacklines oder Baumstämme fördern das Gleichgewicht und die Körperbeherrschung. Integriere sie geschickt in den Parcours, um die motorischen Fähigkeiten zu trainieren.

  1. Spaß und Spannung:

Abwechslung ist das A und O! Gestalte den Parcours mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden und kreativen Elementen, um den Kindern ein abwechslungsreiches und spannendes Erlebnis zu bieten.

Tipps für die Umsetzung

  1. Klein anfangen:

Starte mit einem einfachen Parcours und erweitere ihn nach und nach mit neuen Elementen und Herausforderungen. So bleibt der Spaßfaktor erhalten und der Parcours wächst mit den Fähigkeiten der Kinder oder Jugendlichen.

  1. Kinder mit einbeziehen:

Lasse die Kinder bei der Planung und dem Bau des Parcours mithelfen. So wird der Parcours zu einem gemeinsamen Projekt, das noch mehr Freude bereitet und Stolz macht.

  1. Sicherheit geht vor:

Vergewissere dich, dass alle Kletterelemente sicher und stabil verankert sind. Alle Kletternden sollten immer gesichert und mit Helm klettern, um Unfälle zu vermeiden.

  1. Spaß und Freude:

Der Parcours sollte in erster Linie Spaß und Freude bereiten. Fördere den Teamgeist und unterstützt euch gegenseitig beim Klettern. Lob und Anerkennung nicht vergessen!

Weitere Inspiration

Zahlreiche Anleitungen und Baupläne für Kletterparcours findest du im Internet. In Baumärkten und Kletterhallen erhältst du zudem fachkundige Beratung.

Mit etwas Planung, handwerklichem Geschick und dem richtigen Equipment lässt sich ein einzigartiger Kletterparcours im eigenen Garten oder Wald (bitte vorher klären, ob ihr einen temporären Klettergarten dort errichten dürft) realisieren, der für unvergessliche Momente und abwechslungsreichen Kletterspaß sorgt.

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* enthält Kohlenhydrate

Eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise sind wichtig.

 

BILDNACHWEIS

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